Vom Intensivpflegejob zur Geschäftsführung
Cami arbeitete 13 Jahre in einer Knochenmark-Einheit, einem fordernden und intensiven Arbeitsumfeld. Im Oktober 2020 entschied sie sich, ihre Laufbahn zu ändern und eine Wäscherei zu kaufen. Bis April 2023 blieb sie zwar noch als Krankenschwester tätig, steckte aber jede freie Minute in das Wachstum ihres neuen Geschäfts. Der Kauf war klug gewählt: Die Wäscherei bestand schon etwa 20 Jahre und erzielte bereits gewinnbringende Umsätze.
Der Verkauf ihres Hauses im April 2020 brachte für Cami nicht nur Geld, sondern auch einen Neuanfang. Mit einem Verkaufspreis von €285.200,00 und einem freigesetzten Eigenkapital von €138.000,00 konnte sie eine Anzahlung leisten und den Kaufpreis von €276.000,00 teilweise finanzieren. Eine Verkäuferfinanzierung über €92.000,00 mit 6 % Zinsen auf zwei Jahre (Teilzahlung durch den Verkäufer) half ihr, die restlichen Zahlungen zu leisten, die sie binnen 18 Monaten abschloss.
Wie der Laden läuft und wächst
Nach dem Kauf steckte Cami €18.400,00 in Renovierungen, etwa neue Beleuchtung und Bodenbeläge, um das Ladenambiente zu verbessern. Neben den physischen Upgrades arbeitete sie auch am Marketing: Sie investierte wöchentlich 10 Stunden in die Erstellung von Videos, die über ihre Dienstleistungen und Preise informieren. Diese Strategie lief sehr gut und könnte €184.000,00 an Einnahmen im Jahr 2025 bringen, vorausgesetzt die Partnerschaften wachsen.
Die Wäscherei erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von €437.000,00 und einen Gewinn nach Ausgaben von €109.480,00. Cami zahlte sich selbst €60.720,00 aus und reinvestierte den Rest ins Geschäft. Diese Zahlen zeigen nicht nur finanziellen Erfolg, sondern auch, dass sie kluge Geschäftsentscheidungen trifft, die langfristigen Bestand sichern.
Teamführung und Pläne für die Zukunft
Heute führt Cami ein sechsköpfiges Team, das Tresendienst, Wasch- und Faltarbeiten sowie Abhol- und Lieferrouten übernimmt. Ohne formale Managementausbildung hat sie ihre Fähigkeiten autodidaktisch aufgebaut, unter anderem durch Podcasts und Konferenzen. Ihre Priorität ist, “am Geschäft zu arbeiten, nicht im Geschäft” – also Systeme und Schulungen aufzubauen, statt ständig selbst die täglichen Aufgaben zu übernehmen.
Langfristig plant sie eventuell in 6-7 Jahren in Rente zu gehen oder das Geschäft auszubauen. Denkbar ist der Kauf eines zweiten Standorts oder der Neubau eines Ladens von Grund auf. Für Cami bedeutet dieser Wechsel vor allem mehr Freiheit, zum Beispiel an Feiertagen und Wochenenden zu Hause sein zu können.
Gedanken zu Freiheit und unternehmerischem Erfolg
Camis Wechsel von der Intensivpflege zur Wäscherei zeigt, wie solides Systemmanagement und strategische Entscheidungen zu unternehmerischer Freiheit führen können. Sie hat ihre Schichtarbeit gegen eine flexible Selbstständigkeit getauscht. Ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie Geduld, sorgfältige Planung und stetige Reinvestitionen sowohl finanzielle Freiheit als auch eine bessere Lebensqualität ermöglichen.
Die Erzählung von Cami regt dazu an, darüber nachzudenken: Könnten mit der richtigen Strategie auch andere Branchen von einem ähnlichen Übergang profitieren? Ihre neu gewonnene Entscheidungsfreiheit und die Möglichkeit, die Zukunft aktiv zu gestalten, sind ein starkes Signal für die Chancen, die Unternehmertum bieten kann.