wie der Vorfall ablief
Am Freitag, den 5. Dezember 2025, flog eine Qantas Boeing 737-800 ursprünglich von Perth (PER) nach Sydney (SYD). Wegen stürmischen Wetters wurde der Flug nach Canberra (CBR) umgeleitet. Beim anschließenden Abflug von Canberra nach Sydney machte ein Mitarbeiter einen Fehler im Qantas‑Abflugkontrollsystem: Er gab einen Konfigurationscode für eine Boeing 717 ein, statt für die tatsächlich eingesetzte Boeing 737.
Diese Verwechslung führte dazu, dass das System mechanisch 11 Business‑Class‑ und mehr als 12 Economy‑Passagiere in den Standby‑Status schob und diese Passagiere nicht neu zugewiesen wurden, selbst nachdem der Fehler korrigiert worden war.
Das fehlerhafte Beladungsblatt meldete zudem 51 Passagiere als nicht an Bord und zeigte eine Gewichtsdifferenz von etwa 4.291 kg gegenüber dem tatsächlichen Fluggewicht. Dadurch wurden die Abhebegeschwindigkeiten fälschlicherweise für ein leichteres Flugzeug berechnet.
wie die Crew und der Boden reagierten
Die Kommunikation mit der Flugbesatzung vor dem Abflug erwies sich als schwierig. Bodenmannschaften versuchten mehrfach vergeblich, die Crew telefonisch zu erreichen, und auch der spätere Funkkontakt über die Movement Control war nicht effektiv. Erst nach dem Start wurde die Besatzung über die Diskrepanz informiert; sie koordinierte sofort mit dem Operations‑Team.
Die Crew setzte das Flugzeug in ein Holding Pattern (Wartekreis), bis die korrekten Gewichte bestätigt wurden. Anschließend setzte der Flug den Weiterflug fort und landete sicher in Sydney. Glücklicherweise gab es keine Verletzten.
was der Untersuchungsbericht sagt
Nach der Entdeckung veröffentlichte das Australian Transport Safety Bureau (ATSB) einen Bericht. Darin wird eine Kaskade von Fehlern im System beschrieben, ausgelöst durch eine einfache Folge von Dateneingaben, die nicht rechtzeitig entdeckt wurden. Das hatte weitreichende Folgen für das Flugmanagement, das Kundemanagement und die Ladungskontrolle bei Qantas.
welche Änderungen Qantas plant
Um ähnliche Vorfälle zu vermeiden, hat Qantas mehrere Verfahrensänderungen angekündigt. Dazu gehören die Überarbeitung der Kommunikationsprozesse für kritische Fluginformationen und neue Maßnahmen zur Überprüfung von Passagierzahlen. Ein neues Verfahren erfordert nun, dass das Flughafenpersonal eine Kopfzählung durchführt, wenn Diskrepanzen bei den Passagieren festgestellt werden. Außerdem wird das Ladungskontrollpersonal die Möglichkeit haben, die Flugbesatzung direkt über das Aircraft Communications Addressing and Reporting System (ACARS) zu kontaktieren, wenn Fehler entdeckt werden.
Ein Zitat eines Qantas‑Sprechers besagt: „Wir haben neue Maßnahmen eingeführt, um unsere Prozesse zu stärken und die Sicherheit zu verbessern, insbesondere bei Umleitungen.“
welche Risiken und Folgen das hatte
Der Vorfall zeigte nicht nur operative Gefahren, etwa durch falsch berechnete Abhebegeschwindigkeiten, sondern bedrohte auch den Ruf der Fluggesellschaft. Passagiersicherheit und Vertrauen sind zentrale Elemente des Luftverkehrs, und ein solches Ereignis kann beides untergraben. Qantas kündigt deswegen eine genauere Prüfung ihrer Abläufe und eine Überarbeitung der Governance an, um sicherzustellen, dass die Standards eingehalten werden.
Als Reaktion auf den Vorfall lässt sich über die Bedeutung robuster Systeme und klarer Kommunikationsprozesse im modernen Luftverkehr nachdenken und wie wichtig diese für die Sicherheit und das Vertrauen der Öffentlichkeit sind. Qantas’ Bemühungen zur Stärkung ihrer Systeme zielen darauf ab, die Sicherheit der Passagiere in den Mittelpunkt der Prozesse zu stellen.