Natürliche Veränderungen der Haut
Mit zunehmendem Alter sinkt die Produktion von Hauttalg (Sebum), was zu trockenerer Haut führt und weniger Schutz nach außen bietet. Gleichzeitig kommt es zu einer Ausdünnung der Epidermis, zu einem Verlust der Hautelastizität und zu einer langsameren zellulären Erneuerung, wodurch die Haut empfindlicher gegenüber Reizungen und Schäden wird. Auch die Wirksamkeit des hydrolipidischen Films (der natürlichen Schutzbarriere der Haut) nimmt ab, sodass übermäßiges oder aggressives Waschen diese Barriere leichter angreifen kann.
Was Expertinnen und Experten raten
Dr. Sylvie Meaume, Dermatologin und Leiterin der Abteilung „Gériatrie Plaies et Cicatrisation“ am AP-HP Rothschild Krankenhaus in Paris, unterstreicht, wie wichtig eine angepasste Hygiene ist. Eine tägliche, kurze Abspülung des Körpers ohne starkes Reiben kann helfen. Dr. Meaume empfiehlt, Seife nur an einem von drei Tagen zu verwenden, um den natürlichen Schutzfilm nicht zu sehr zu belasten. Ältere Personen, besonders ab 65 Jahren, sollten idealerweise zweimal pro Woche duschen, wobei empfindliche Bereiche wie Achselhöhlen, Füße und der Intimbereich täglich gereinigt werden sollten.
Praktische Hinweise zur täglichen Hygiene
Die Harvard Medical School empfiehlt, die Duschdauer auf 3–4 Minuten zu beschränken, um Austrocknung zu vermeiden. Dabei nur lauwarmes Wasser nutzen. Geeignete Produkte sind Duschöle und dermatologische Seifenstücke, die helfen, den natürlichen Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu bewahren. Aggressive Inhaltsstoffe, wie Sulfate oder Polyethylene, sollten gemieden werden. Nach dem Duschen die Haut lieber sanft mit einem Handtuch abtupfen, statt sie zu rubbeln.
Pflege für empfindliche Körperbereiche
Ein gezielter Blick auf empfindliche Stellen hilft, Probleme zu verhindern. Dr. Meaume betont, dass die tägliche Pflege von Achselhöhlen, Füßen und dem Intimbereich sehr wichtig ist. Eine ungeeignete Pflege kann zu trockener Haut, Reizungen, Allergien und Ekzemen führen. Auch das richtige Waschen und Pflegen von Wechsel der Bettwäsche trägt zur Vorbeugung solcher Beschwerden bei.
Äußere Einflüsse und gesellschaftliche Gewohnheiten
Saison, tägliche Aktivitäten und der Gesundheitszustand jeder Person spielen eine Rolle für die Haut – und auch für einen guten Schlaf. In vielen Kulturen gilt tägliches Duschen als Standard, doch im Alter lohnt es sich, diese Gewohnheit zu überdenken und sie an die tatsächlichen Bedürfnisse der Haut anzupassen.
Ziel bleibt der Schutz und Erhalt der Hautgesundheit sowie des Wohlbefindens älterer Menschen. Diese Informationen sollen helfen, die Hautpflege im Alter bewusster zu gestalten und zu einem gutes Altern beizutragen. Pflege ist mehr als oberflächlich; sie trägt zur Erhaltung von Gesundheit und Wohlgefühl im Alter bei.