Was Eiweiß bei Cholera bewirkt
Die Forschung, veröffentlicht in Cell Host & Microbe, kommt zu dem Ergebnis, dass eiweißreiche Diäten besonders gut geeignet sind, die Cholera-Infektion einzudämmen. Vor allem Proteine wie Casein (das Hauptprotein in Milch und Käse) und Weizengluten schnitten in der Studie am besten ab.
Diese Proteine verhinderten praktisch komplett, dass sich die Bakterien im Darm festsetzen — mit bis zu 100-fachen Unterschieden in der Menge der Cholera-Besiedelung. Ansel Hsiao betont: „Die eiweißreiche Diät hatte einen der stärksten Anti-Cholera-Effekte im Vergleich zu einer ausgewogenen Diät.“
Für die Studie wurden infizierte Mäuse als Tiermodell verwendet. Verglichen wurden Diäten, die reich an Eiweiß, einfachen Kohlenhydraten, Fetten sowie eine ausgewogene Diät waren. Fettreiche Diäten zeigten kaum Einfluss auf die Infektion, kohlenhydratreiche Diäten brachten nur geringe Vorteile. Am stärksten wirkten die eiweißreichen Kostformen.
Wie die Proteine wirken
Hinter dem Effekt steckt eine winzige, nadelartige Struktur auf der Oberfläche der Cholera-Bakterien, bekannt als Type 6 secretion system (T6SS). Dieses System wird normalerweise genutzt, um Toxine in benachbarte Zellen zu injizieren.
Die entdeckten Proteine unterdrücken dieses System, wodurch die Fähigkeit von Cholera, konkurrierende Bakterien zu töten und sich im Darm zu etablieren, deutlich geringer wird. Ansel Hsiao erklärt: „Casein und Weizengluten waren die beiden klaren Gewinner.“ Diese Ergebnisse eröffnen eine Perspektive, Ernährungsstrategien zur Verringerung von Antibiotikaresistenzen zu nutzen (da Ernährung nicht dieselbe Art von Resistenz erzeugt wie Medikamente).
Cholera weltweit und was als Nächstes kommt
Cholera ist vor allem in bestimmten Teilen Asiens und Subsahara-Afrikas ein erhebliches Risiko, besonders in Regionen mit eingeschränktem Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die gängige Behandlung konzentriert sich auf Flüssigkeitsersatz; Antibiotika verkürzen die Krankheitsdauer, beseitigen aber nicht die schädlichen Toxine.
Für die zukünftige Forschung plant das Team, die Ergebnisse am menschlichen Mikrobiom zu testen. Hsiao hofft außerdem, ähnliche Ernährungseffekte bei anderen Erregern nachweisen zu können. „Je mehr wir die Ernährung der Menschen verbessern können, desto eher können wir Menschen davor schützen, an Krankheiten zu erliegen“, so Hsiao weiter.
Diese neue Forschung zeigt vielversprechende Ansätze, wie diätetische Anpassungen möglicherweise kosteneffiziente und risikoarme Mittel bieten können, um Schwere und Gefahr von Cholera in gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu verringern. Die Umsetzung solcher Ernährungsstrategien könnte einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit leisten und als vorbeugende Maßnahme dienen.