Größe und Verdrängung
Die INS Aridhaman hat eine Verdrängung von 7.000 Tonnen und ist damit etwa 1.000 Tonnen schwerer als die Vorgänger INS Arihant und INS Arighaat. Möglich wird das durch einen verlängerten Rumpf, der mehr Platz für eine schwerere Bewaffnung bietet. Die Rumpflänge liegt bei rund 130 Metern, womit das Boot zu den auffälligeren Einheiten in Indiens Unterwasserflotte zählt. Die Fähigkeit, größere Raketen zu tragen, spielt eine zentrale Rolle in der strategischen Aufstellung der Marine.
Bewaffnung und Reichweite
Die INS Aridhaman verfügt über 8 VLS‑Schächte, also doppelt so viele Abschussrohre wie bei den Vorgängern. Damit lassen sich entweder bis zu 24 Kurzstreckenraketen K‑15 Sagarika mit einer Reichweite von etwa 750 km oder bis zu 8 Mittelstreckenraketen K‑4 mit rund 3.500 km Reichweite starten. Außerdem ist das Boot für den späteren Einsatz der K‑5‑Raketen vorgesehen, die bis zu 6.000 km erreichen sollen. Diese Optionen machen die Aridhaman zu einem zentralen Element der nuklearen Abschreckung Indiens.
Reaktor und Antrieb
Im Kern der INS Aridhaman steckt ein CLWR‑B1‑Reaktor, ein speziell für die Arihant‑Klasse entwickelter kompakter Leichtwasserreaktor mit einer Typenleistung von 83 MW. Der Reaktor basiert auf weiterentwickelten Druckwasserdesigns und zeichnet sich durch eine deutlich reduzierte akustische Signatur aus. Das hydrodynamische Design des Bootes wurde verfeinert; in Kombination mit einem siebenblättrigen Propeller reduziert das das Betriebsgeräusch. Die Oberflächengeschwindigkeit liegt bei 15 Knoten, unter Wasser sind 24 Knoten möglich.
Anteil heimischer Technik und Einbindung ins Einsatzsystem
Die INS Aridhaman erreicht einen Indigenitätsanteil von etwa 75 %, im Einklang mit dem Programm “Atmanirbhar Bharat” (Selbstständiges Indien). Die notwendige Basisinfrastruktur stellt Project Varsha bereit, eine gut geschützte unterirdische Anlage nahe Visakhapatnam. Dieses Projekt bietet gehärtete Liegeplätze und gesicherte Zugangstunnel, die künftige SSBN‑Generationen unterstützen (SSBN = ballistisches Atom‑U‑Boot).
Nach Fertigstellung der Aridhaman plant die indische Marine, über 3 SSBN zu verfügen. Diese sollen in einem Rotationsmuster betrieben werden: ein Boot auf Patrouille, eines in Vorbereitung und eines in Wartung. So bleibt jederzeit eine Abschreckungspräsenz bestehen und die Fähigkeit zum Zweitschlag eines nuklearen Raketensystems wird aufrechterhalten — alles unter dem Kommando des Strategic Forces Command.
Zusätzlich wird erwartet, dass das geleaste U‑Boot Chakra III (eine Akula‑Klasse‑Nuklear‑Angriffs‑U‑Boot) zwischen 2027 und 2028 eintrifft. Chakra III soll bei Training und als Begleitung für Patrouillen helfen und so die operative Leistungsfähigkeit der indischen Unterwasserflotte stärken.
Mit der geplanten Indienststellung der INS Aridhaman macht die indische Marine einen deutlichen Schritt zur Stärkung ihrer strategischen Verteidigungsfähigkeiten. Die Kombination aus moderner Technik, erweiterter Bewaffnung und der Einbindung in die nationale Sicherheitsstruktur zeigt Indiens wachsende Bedeutung als maritime Macht.