So kocht man rund um die Welt
Von Manchester (eine 29-jährige Person) über eine fünfköpfige Familie in Lyon bis hin zu einem rentnerischen Paar in Dublin ist der Trend deutlich sichtbar. Erwähnungen von Städten wie London und den Vereinigten Staaten zeigen, dass der Wechsel zur Heißlufttechnologie ein globales Phänomen ist. Mikrowellen, einst „quiet hero of weeknight chaos“ (ruhiger Held chaotischer Wochentage), werden zunehmend durch Geräte ersetzt, die Speisen knusprig und ansprechend zubereiten.
In Manchester kaufte eine 29-jährige Person einen günstigen Airfryer, um Pommes frites zuzubereiten, während in Lyon die Mikrowelle nur noch zum Schmelzen von Schokolade dient. Das Paar in Dublin hat die Mikrowelle so weit entfernt, dass sie physisch vom Netz genommen wurde, um Platz für einen Doppel-Schubladen-Airfryer zu schaffen.
Wie die Technik dahinter funktioniert
Der technische Unterschied zwischen klassischen Mikrowellen und Heißluftgeräten ist deutlich. Traditionelle Mikrowellen erhitzen Wassermoleküle von innen nach außen, was oft zu einem schwitzigen Ergebnis führt. Airfryer blasen dagegen heiße Luft auf die Lebensmittel, vergleichbar mit einem kleinen, ventilatorgetriebenen Ofen im Turbomodus. Diese Methode sorgt für knusprige Bräunung und Karamellisierung – ideal für goldbraune Nuggets und karamellisiertes Gemüse.
Nina, eine 34-jährige Frau aus London, bringt es auf den Punkt und vergleicht die alte Mikrowelle ironisch mit dem veralteten Einwahl‑Internet: „Die Mikrowelle fühlt sich jetzt an wie Einwahl‑Internet.“
Neue Kochgewohnheiten und Rezepte
Der Trend wird durch einfache Rezepte und Tipps gestützt, die den Umstieg erleichtern. Ein beliebtes Beispiel ist das Air-fryer-Tray-Dinner: Gemüse mit etwas Öl und Salz vermischen, Protein darauflegen und alles 12–15 Minuten garen. Viele arbeiten mit dem „10-Minute-Test“ und probieren gefrorene Pommes bei 200 °C für 12 Minuten, um die Möglichkeiten der Geräte auszuloten. Die regelmäßige Reinigung der Geräte ist dabei ein großer Vorteil: Im Gegensatz zur Mikrowelle sind die Körbe und Tabletts des Airfryers leicht zu säubern und oft spülmaschinentauglich.
Ein in London ansässiger Food-Autor, der über 20 verschiedene Modelle getestet hat, sagt: „Es geht darum, den Standard zu hinterfragen. Brauche ich wirklich den großen Ofen dafür? Oder kann eine kleinere, intelligentere Hitze dieselbe Aufgabe genauso gut – oder besser – erledigen?“
Der Umstieg auf neue Geräte bringt nicht nur praktische Vorzüge, sondern stärkt auch das Selbstbewusstsein beim Kochen. Nutzer probieren eher neue Rezepte aus und gewöhnen sich an flexible Garzeiträume statt starrer Vorgaben.
Die Mikrowelle, einst ein Symbol für Bequemlichkeit, ist heute oft nur noch Nischen- oder Backup-Gerät. Die neue Generation von Kochgeräten besetzt die Arbeitsflächen in den Küchen und verändert nicht nur, wie wir Essen zubereiten, sondern auch, wie wir übers Kochen denken. Heißluftgeräte sind für viele eine „kleine, leuchtende Revolution“, die den Küchenalltag effizienter, umweltfreundlicher und spannender macht.